Hund wird nicht stubenrein: Was tun?
Dein Hund tut sich schwer mit der Stubenreinheit? Oder er war jahrelang sauber, und plötzlich sind wieder Pfützen in der Wohnung? Beides hat immer einen Grund. Wenn du ihn kennst, ist die Lösung meist nicht weit.
Fall 1: Er war noch nie stubenrein
Kein Hund wird von allein stubenrein, jemand muss es ihm beibringen. Die häufigsten Gründe, warum es hakt:
- Er kommt zu selten raus. Ein Welpe kann nur etwa so viele Stunden einhalten, wie er Monate alt ist. Wer dann nur dreimal am Tag geht, verlangt Unmögliches.
- Er hatte zu lange „Welpenschutz“. Wurde wochenlang einfach hinterhergewischt, hat er sich seine Stammplätze in der Wohnung längst angewöhnt.
- Es gab Übergangslösungen. Zeitungspapier oder ein Katzenklo bringen ihm bei, dass drinnen in Ordnung ist.
- Er wird draußen abgelenkt. Wer beim Gassigehen spielt und tobt, vergisst schnell, warum er eigentlich draußen ist – und holt es drinnen nach.
Wie lange es dauert, ist bei jedem Hund anders. Wochen sind normal, bei manchen Hunden werden es Monate. Hunde aus dem Tierheim, die es nie gelernt haben, brauchen oft länger als ein Welpe – lernen können sie es trotzdem.
Fall 2: Er war stubenrein und ist es plötzlich nicht mehr
Dann hat sich etwas verändert – in seinem Körper oder in seinem Alltag.
Angst und Stress
Angst ist einer der häufigsten Gründe. Ein Knall, ein Streit in der Familie, ein fremder Mensch im Haus: Manche Hunde verlieren in solchen Momenten buchstäblich die Kontrolle. Anzeichen sind eine geduckte Haltung, angelegte Ohren, eine eingeklemmte Rute, Zittern oder Hecheln. Hilfreich sind Ruhe, verlässliche Abläufe und Zeit – weder Bedauern noch „da muss er durch“.
Veränderungen im Alltag
Ein Umzug, ein neuer Hund oder eine Katze im Haushalt, ein anderer Schlafplatz, geänderte Arbeitszeiten: All das bringt den Rhythmus deines Hundes durcheinander. Was oft wie „Protestpinkeln“ aussieht, ist fast immer genau das – ein durcheinandergeratener Rhythmus, keine Rache.
Krankheiten
Häufiger Harndrang mit wenig Ergebnis, unkontrolliertes Tröpfeln oder Urin im Schlaf deuten auf ein körperliches Problem hin, zum Beispiel eine Blasenentzündung oder bei älteren Hunden eine Inkontinenz. Auch Durchfall führt natürlich zu Unfällen in der Wohnung.
Ab zur Tierarztpraxis, wenn dein Hund auffallend oft muss, Blut im Urin oder Kot ist, er Schmerzen zeigt, Fieber hat oder apathisch wirkt. Ein Welpe mit Durchfall gehört immer zeitnah untersucht, weil er schnell austrocknet.
Was du in jedem Fall tun kannst
- Zurück auf Anfang: so oft raus wie mit einem Welpen, zu festen Zeiten.
- Draußen jedes Mal loben, drinnen nie schimpfen.
- Verschmutzte Stellen gründlich reinigen, ohne ammoniakhaltige Mittel.
- Überlegen, was sich in den letzten Wochen verändert hat.